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Thema: Die Gehaltsschere zwischen Mann & Frau


Was ist eine Gehaltsschere?

Man versteht darunter die unterschiedlichen Gehälter von Männern & Frauen. Dabei werden meist - in unzulässiger Weise - die durchschnittlichen Männergehälter mit den durchschnittlichen Frauengehältern über alle Berufe hinweg verglichen. Es wird in der politischen Diskussion nicht verglichen, was ein männlicher und eine weibliche Supermarktkassierin verdient (in den allermeisten Fällen ist das gleich), sondern es wird das Durchschnittgehalt der Frauen mit dem Durchschnittsgehalt der Männern über alle Funktionen udn Firmen hinweg verglichen. Wie weit dann die Gehaltsschere aufgeht hängt von mehreren Gründen ab, die im nächsten Punkt beschrieben werden.

Die Gehaltsschere unterscheidet sind der Einkommensschere dadurch, dass man auch Einkommen haben kann die kein Gehalt sind, zB Zinseinkommen, Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Schwarzgeld aus Pfuscherei, usw.
Nicht unter das Thema "Gehaltsschere" fallen die Gehaltsunterschiede zwischen Jung & Alt, Inländer & Ausländer, Parteibuchbesitzer und Parteilose.
 

Wie groß ist die Gehaltsschere?

Das hängt im Wesentlichen von der Ideologie ab, wie man die Gehaltsunterschiede bewertet. Laut den Feministinnen (meist aus SPö und Grünen) ist die Gehaltsschere sehr groß. Laut allen anderen ist sie nicht so groß
Die Größe der Gehaltsschere ist also von der Betrachtungsweise abhängig. (Motto: "Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast."). Es hängt davon ab, ob
* gleiche Berufsfunktionen verglichen werden, (Friseur & Friseurin und nicht Friseurin mit KFZ-Mechanikern)
* gleiche Stundenanzahlen verglichen werden (falsch wäre ein Vergleich von Vollzeit- oder Teillzeitarbeit; mit oder ohne Überstunden; Tagarbeit oder Nachtarbeit), und
* gleiche Berufspraxisjahre verglichen werden (haben beide Kandidaten die gleiche Berufserfahrung an Jahen und die gleiche Amortisationsdauer der Investition in ihre Ausbildung. (In der Praxis gehen Frauen meist einige Jahre in Karenz und gehen meist bis zu 5 Jahre früher in Pension. Frauen haben daher meist deutlich weniger Jahre an Berufspraxis und eine deutlich geringere Amortisation des eingesetzten Bildungskapitals)
 

Wer ist für die Gehaltsschere verantwortlich?

Die Gleichbehandlungsministerin (derzeit Gabriele Heinisch-Hosek, SPÖ) ist die politische Hauptverantwortliche. Ihr Ministerium bereitet die Gesetze vor und sie ist dann auch für die Vollziehung zuständig. Die Beamtengehälter werden direkt von der Frauen- und Gleichbehandlungsministerin ausverhandelt.
Weiters ist die freie Wirtschaft für die unterschiedlichen Gehälter verantwortlich. Jedem Dienstgeber obliegt es, die Gehälter für einen Mitarbeiter festzulegen. Wer mehr leistet, bekommt in der Regel von den Unternehmen auch mehr bezahlt. Würden Frauen für die gleichen Leistung tatsächlich weniger Geld bekommen wie dies so oft behauptet wird, dann würden Unternehmen nur mehr Frauen einstellen und könnten damit ihren Gewinn maximieren.
Dies ist  - wie die Praxis zeigt - aber nicht der Fall.
 

Gründe für das unterschiedliche Gehalt bei Mann und Frau?

* Männer sind mehr im Vollzeiterwerb, Frauen sind mehr in Halbtagsjobs beschäftigt
* Männer haben die gefährlicheren und dreckigeren Jobs zB Tunnelbau, Elektrotechnik, Kraftwerksbau, Müllabfuhr, Kanalräumer, LKW-Fahrer, Rauchfangkehrer, Dachdecker, KFZ-Mechaniker, Stahlerzeugung, chemische Industrie.
* Frauen haben die "schöneren" und ungefährlicheren Jobs: Friseurin, Kosmetikerin, Handelsangestellte,
* Männer arbeiten länger und machen wesentlich mehr Überstunden.
 
 

Sind die unterschiedlichen Gehälter sexuell diskriminierend?

Die meisten Diskussionen und Streitereien zum Thema Gehaltsschere zwischen Frau und Mann haben also eigentlich nichts mit dem Geschlecht zu tun. Sie fallen daher weder unter das Thema Frauendiskriminierung bzw. Männerdiskriminierung. Vielmehr hat es mit der Frage nach Leistungsgerechtigkeit versus Bedürfnisgerechtigkeit zu tun. Bedürfnisgerechtigkeit besagt, dass jeder Mensch gleiche Bedürfnisse beim Essen, Kleidung, Wohnen und Autos hat und deshalb auch gleich viel verdienen sollte.
Je nach dem für welches "Gerechtigkeitssystem" man sich entscheidet ist es entweder besser für Frauen oder für Männer. Eine 100% Gleichbehandlung wird es vermutlich nie geben. Die Feministinnen versuchen seit dem Jahr 2008 verstärkt eine Anhebung der Gehälter für Frauen über gesetzliche vorgegebene "Frauenquoten" zu erreichen. Bei diesem System wird eine Frau einem Mann bevorzugt, bis eine gewisse Quote erreicht ist.
 

Was tun bei sexueller Diskriminierung im Beruf?

Falls sich jemand aufgrund seines Geschlechts schlechter gestellt fühlt, als das andere Geschlecht, dann kann er den Diskriminierungsschaden einfordern. Dies ist entweder über die Gleichbehandlungsanwaltschaft möglich oder über ein Gerichtsverfahren beim jeweils zuständigen Gericht.
 
 

Mehr Informationen über die => Gehaltsschere auf Wien-konkret, dem Stadtmagazin für Wien


Impressum: www.gehaltsschere.at